Zurück zum Glossar

Glossar · Simulation & Modell

Digitaler Zwilling im Bauablauf

Auch bekannt als: Digitaler Zwilling

Ein digitaler Zwilling bildet die Baustelle und ihre Prozesse in Gänze digital ab. Während der Ausführung wird er fortlaufend mit realen Projektdaten fortgeschrieben und ermöglicht dadurch den Vergleich zwischen geplantem und tatsächlichem Bauablauf (Soll-Ist-Vergleich). Abweichungen im laufenden Baugeschehen werden frühzeitig sichtbar und deren Auswirkungen besser berechenbar.

Der Unterschied zu einem Planungsmodell liegt im Zeitpunkt: Ein Planungsmodell beschreibt einen Sollzustand vor Baubeginn. Ein digitaler Zwilling wird während der Ausführung weitergeführt und bildet damit ab, was tatsächlich passiert.

Was ihn in der Ausführung leistet

Weil geplanter und tatsächlicher Ablauf im selben Modell liegen, lässt sich jederzeit gegenüberstellen, wo das Projekt steht. Verzögert sich ein Vorgang, zeigt sich nicht nur die Verspätung selbst, sondern auch, was sie für nachfolgende Vorgänge und den Endtermin bedeutet — solange noch Zeit bleibt, gegenzusteuern.

Voraussetzung: Daten aus dem laufenden Betrieb

Ein Zwilling ist nur so gut wie die Daten, die ihn speisen. Je nach Projekt kommen sie aus der Terminfortschreibung, aus Betriebssystemen vor Ort oder aus Sensorik. Zusammengeführt werden sie typischerweise in einem digitalen Leitstand, auf den alle Projektbeteiligten dieselbe Sicht haben.