Glossar · Simulation & Modell
Kollisionsprüfung
Auch bekannt als: Clash Detection · Kollisionskontrolle
Eine Kollisionsprüfung untersucht, ob sich Bauteile, Baugeräte, Arbeitsbereiche oder Bewegungsabläufe räumlich oder zeitlich in die Quere kommen. Neben geometrischen Überschneidungen können so auch Konflikte erkannt werden, die erst durch die zeitliche Abfolge und das gleichzeitige Ausführen von Bauprozessen entstehen.
Klassisch prüft eine Kollisionsprüfung, ob sich zwei Bauteile im Modell überschneiden — eine Leitung, die durch einen Träger läuft. Im Bauablauf kommt eine zweite Art von Konflikt hinzu: Zwei Vorgänge, die für sich genommen unproblematisch sind, beanspruchen zur selben Zeit denselben Raum.
Konflikte, die erst über die Zeit entstehen
Ein Kran, der schwenkt, während darunter transportiert wird. Zwei Gewerke, die denselben Zugang brauchen. Ein Materiallager, das genau dort liegt, wo in der Folgewoche gegründet wird. Solche Konflikte stehen in keinem Terminplan und in keinem statischen Modell — sie zeigen sich erst, wenn der Ablauf über die Zeit betrachtet wird.
Statische und zeitliche Kollisionsprüfung im Vergleich
Die statische Kollisionsprüfung im BIM-Modell (Clash Detection) vergleicht die Geometrie der Fachmodelle und meldet Überschneidungen, etwa zwischen Tragwerk und Haustechnik. Die zeitliche Kollisionsprüfung verknüpft das Modell mit Terminplan, Ressourcen und Geräten und spielt den Bauablauf als 4D-Simulation ab. Sichtbar wird dann, wann und wo sich Vorgänge, Maschinen und Flächen gegenseitig im Weg stehen. Beide Prüfungen ergänzen sich: Die erste sichert das Bauwerk, die zweite den Weg dorthin.
Was das im Projekt ausmacht
Ein am Bildschirm gefundener Konflikt kostet eine Modellvariante. Derselbe Konflikt auf der Baustelle kostet Stillstand, Umdisposition und im schlechtesten Fall den Termin. Je gedrängter die Baustelle und je enger das Zeitfenster, desto größer der Unterschied zwischen beiden.